Einführung in die grundlegenden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens

1.  Einleitung

Schülerinnen und Schüler werden in der gymnasialen Oberstufe mit den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens vertraut gemacht, u. a. im Rahmen von Referaten, einer Facharbeit oder einer Jahresarbeit. Wissenschaftlich heißt, dass die Verfasserin bzw. der Verfasser als Schwerpunkt selbstständige Ergebnisse zu einem Thema präsen- tiert, aber zusätzlich den Stand der Wissenschaft anhand der entsprechenden Litera- tur nachweist. Der Umfang der einzubeziehenden Literatur wird in der Schule immer deutlich geringer sein als bei Arbeiten im universitären Bereich, und die betreuenden Lehrkräfte werden Sorge dafür tragen, dass sie dem Umfang der Arbeit und der zur Verfügung stehenden Zeit entspricht und angemessene schulische Ansprüche nicht übersteigt.

Die im Folgenden zusammengestellten grundlegenden Techniken des wissenschaftli- chen Arbeitens gelten für alle Fächer. Fachspezifische Ergänzungen, Differenzierun- gen und Gewichtungen müssen darüber hinaus im Fachunterricht vermittelt werden. Diese Techniken werden mit Beginn der MSS nicht grundsätzlich neu eingeführt, son- dern bereits in der Sekundarstufe I Schritt für Schritt vorbereitet, so dass Schülerinnen und Schülern manches bereits bekannt sein dürfte. Allerdings ersetzt die nachfolgen- de oft sehr detaillierte und zwangsläufig allgemein gehaltene Zusammenstellung nicht die Unterstützung und den Rat der betreuenden Lehrkraft in fachspezifischen oder sonstigen Einzelfragen.

Die Darstellung gliedert sich in zwei Teile, die Informationsbeschaffung und die In- formationsverarbeitung. Neben verbindlichen Festlegungen, z.B. zum Quellenver- zeichnis oder zur Zitierweise, enthält sie viele Ratschläge und Tipps, die erfahrungsgemäß die Anfertigung einer umfangreicheren Arbeit erleichtern und an denen sich Schülerinnen und Schüler orientieren können.

2 Informationsbeschaffung

2.1 Das Bibliografieren

Bibliografieren bedeutet die systematische Suche nach Büchern und anderen Druck- erzeugnissen zu einem bestimmten Thema, durch die man sich einen Überblick über die vorhandene und verwertbare Literatur verschafft. Sinnvolles Bibliografieren setzt Kenntnisse bzw. Fertigkeiten voraus hinsichtlich

  •   des Aufstellungsortes bibliografischer Nachschlagewerke und der gesuchten Bü- cher selbst, z.B. Schulbibliothek, öffentliche Bibliotheken; Möglichkeiten der Fern- leihe
  •  der Hilfsmittel zum Aufsuchen geeigneter Literatur:
    Kataloge, die nach verschiedenen Gesichtspunkten geordnet sind:Autorenkatalog (alphabetisch geordnet nach Verfassernamen), systematischer Ka- talog (geordnet nach Stichwörtern, Themen, Begriffen o. ä.);Bibliographien (Bücher- und Literaturverzeichnisse);

    Literaturangaben in Standardwerken (z. B. Lexika, Handbüchern, Spezialwörterbü- chern, Einführungen) ;

    Literaturangaben in Einzelwerken, Aufsätzen, Artikeln in Fachzeitschriften, Zeit- schriften-Reihen oder Reihenwerken, die sich mit dem zu bearbeitenden Themen- kreis beschäftigen.

  •   der Technik der Benutzung dieser Hilfsmittel:Systematisches/unsystematisches Bibliographieren;Nachschlagen, ggf. unter mehreren verwandten Stichwörtern, auch unter Randbe- griffen, wenn unter den Hauptbegriffen keine oder nur unzureichende Angaben zu finden sind;

    Auffinden von Werken, die für das zu behandelnde Thema besonders relevant sind:

    Werke, die häufiger genannt werden, sind in der Regel wichtig und oft für mehrere Aspekte geeignet;

    Jüngere Werke fassen den aktuellen Stand der Forschung unter Einbeziehung älte- rer Erkenntnisse zusammen;

    Entscheidung für wenige Titel;

    Notieren des genauen Titels/der korrekten bibliographischen Angaben, am besten mit Hinweis darauf, welche Informationen aus dem notierten Werk erwartet werden. Manche Werke sind für mehrere Stichworte heranzuziehen;

    Bestellung des gesuchten Werks, dabei auf Abholtermin und Entleihfrist achten.

    In jedem Fall hilfreich: Ein Literaturverwaltungssystem wie Karteikarten und -kästen bzw. unspezifische selbst modifizierte Datenbanken (Excel/Access) oder Literatur- verwaltungsprogramme (Endnote/ Lidos/ etc.);

Notwendig: Sorgfalt und Genauigkeit im Hinblick auf Korrektheit der Angaben für das Quellenverzeichnis (siehe 3.3) und das Zitieren.

Bei besonderen Schwierigkeiten die Sachkenntnis des Bibliothekpersonals bzw. der betreuenden Fachlehrkraft in Anspruch nehmen!

2.2 Das Exzerpieren

Exzerpieren bedeutet, einen Text auf Informationen zu dem zu behandelnden Thema hin zu untersuchen und diese in einem schriftlichen Auszug zusammenzufassen.

Grundsätzliches
Exzerpieren setzt verstehendes Lesen voraus. Dies sollte zunächst diagonal erfol- gen, um einen Überblick zu gewinnen und Wichtiges von Unwichtigem, Brauchbares von Unbrauchbarem zu trennen. Es bedarf aber gründlicher Lektüre, wenn es sich um einen Zusammenhang handelt, der mit dem Thema, der Fragestellung oder dem Prob- lemfeld in enger Verbindung steht.

Vorbereiten des Exzerpierens

Grundsätzliche Überlegungen anstellen:

  •   Was gehört zum Thema, was nicht?
  •  Was ist innerhalb dieses Rahmens wichtig, was weniger, was gar nicht wichtig?
  •   Was soll nur gelesen, was auch exzerpiert werden?Dementsprechend
  •   nur zentral wichtige Artikel oder Bücher exzerpieren;
  •  sich eine erste Orientierung mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses und des Registersverschaffen;
  •  als wichtig herausgefundene Passagen, evtl. mit Kontext (einige Seiten vorher undnachher), zunächst diagonal lesen, u. U. schon Kernstellen kennzeichnen (z. B. unterstreichen);
  •   danach erst exzerpieren.Methode des ExzerpierensBeim Exzerpieren sind folgende Einzelschritte sinnvoll:
    •   auf Karteikarte oder Übersichtsblatt die verwendete Literatur vollständig und exakt notieren (Verfasser, Titel usw.) als Vorarbeit für das Quellenverzeichnis;
    •   zum Exzerpieren Karteikarten oder Einzelblätter (DIN A 4 oder 5) benutzen; einheit- liche Gestaltung von Kopf und Aufzeichnung (Formblatt);
    •   Exzerpte nach ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen Teilthemen auf gesonderte Karten oder Blätter schreiben;
    •   auf jeder Karteikarte bzw. jedem Blatt Verfasser und Titel des Werks (in Kurzfassung) mit Angabe der Seite notieren;
    •   Schlagwort oder Fragestellung über jeden Auszug setzen;
    •  Exzerpt großräumig anlegen, Zwischenräume und Raum (z. B. breiten Rand) fürNachträge lassen;
    •   besonders Wichtiges in ganzen Sätzen, das übrige in Teilsätzen, seltener in Stich-worten notieren;
    •   z. T. auch wörtlich zitieren und dies als wörtliches Zitat kennzeichnen;
    •   Seitenangabe jeweils mitnotieren;
    •   auf Verständlichkeit und Lesbarkeit des Exzerpts achten;

2.3 eigene Zusätze oder Zusätze aus dem Werk eines anderen Autors in anderer Farbe anbringen.

Karteikarten/Blätter entsprechend dem Thema und seinen einzelnen Teilen ordnen.

Die Mitschrift

Eine Mitschrift ist immer dann erforderlich, wenn es gilt, die zentralen Aussagen z.B. eines Vortrags oder einer Unterrichtsstunde in den wichtigsten Zügen festzu- halten. Diese Mitschrift kann später als Grundlage einer eigenen schriftlichen Ausar- beitung, zur Wiederholung von Unterrichtsstoff oder zur Information nicht Anwesen- der dienen und muss deshalb sorgfältig und sachlich zuverlässig angefertigt werden. Bei der Anfertigung einer Mitschrift ist deshalb zu beachten:

Es ist zweckmäßig, nur DIN A 4-Blätter zu verwenden und diese nur einseitig zu beschreiben, damit Ergänzungen und Verbesserungen auf der Rückseite Platz ha- ben.

Ein breiter Rand ist praktisch für Ergänzung und persönliche Hinweise, z. B. auf die Bedeutung eines Gedankens.

Eine gute und großzügige optische Aufgliederung (Einrücken, Absätze) erleichtert die Arbeit bei der Verwertung der Mitschrift.

Es empfiehlt sich, jede neue Information mit einer neuen Zeile zu beginnen.

Es ist zweckmäßig, soweit möglich, bereits während der Mitschrift das Festzuhal- tende vorläufig zu ordnen (z. B. Klassifizierung in These, Argument, Beispiel, Schlussfolgerung).

Man sollte nicht zu kurze Stichworte notieren, da man sonst möglicherweise später den Gedankengang nicht mehr nachvollziehen kann.

Es ist unbedingt davon abzuraten, alle Informationen vollständig mitzuschreiben. Vielmehr muss man beim Zuhören eine Vorauswahl treffen und Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden. Nur so behält man während der Mitschrift und vor allem bei ihrer Verwertung den Überblick über das Ganze.

Lediglich grundlegende Äußerungen sollten sofort im Wortlaut festgehalten werden. Benutzen Sie Abkürzungen, die ein unabdingbar notwendiges Mittel zur Zeiterspar- nis beim Mitschreiben sind. Achten Sie darauf, dass ihre Bedeutung auch später noch nachvollziehbar ist.

Es ist sinnvoll, Gedankenzusammenhänge grafisch sichtbar zu machen, z.B. durch Bezugslinien, Pfeile, Ausrufe-, Frage- und andere Zeichen. Das spart Zeit beim Mit- schreiben und erleichtert später den Überblick. Dem dient auch das Unterstreichen zentraler Begriffe bzw. eine Klammer für Nebensächliches, soweit es überhaupt no- tiert wird.

Zeichen am Rand markieren übersichtlich wichtige Gedanken, notwendige Ergän- zungen, erforderliche Überprüfungen oder noch zu stellende Fragen.
Es ist zweckmäßig, Tafelbilder in die Mitschrift zu übernehmen bzw. ausgeteilte Ma- terialien beizuheften.

Die eigene Handschrift sollte für die Mitschreibenden auch später noch lesbar sein!

2.4 Die Befragung/das Interview

Informationen kann man auch durch Befragung gewinnen, einer Methode der empirischen Sozialforschung. Häufig beruhen Statistiken auf Umfrageergebnissen, bei deren Auswertung die kritische Reflexion der Befragungsmethode eine wichtige Rolle spielt. Plant man eine eigene Befragung, müssen ebenfalls methodische Überlegungen vorausgehen, die auch bei der Durchführung zu beachten sind.

Folgende Vorgehensweise bietet sich an:

Erster Schritt:

Definieren Sie, welchen Stellenwert die Befragung im Rahmen Ihrer Arbeit haben soll und zu welchem Bereich Sie Erkenntnisse gewinnen wollen. Legen Sie eine Zielvorstellung fest in Form von Arbeitshypothesen! (Wen möchte ich befragen? Was möchte ich wissen? Was könnte das Ergebnis meiner Untersuchung sein?)

Zweiter Schritt:
Entscheiden Sie sich für eine Methode!

  •  Soll die Befragung mündlich oder schriftlich erfolgen? Fragebogen oder Interview?
  •  Welcher Standardisierungsgrad wird gewählt? Fragebogen mit offenen oder ge- schlossenen (standardisierten) Fragen? Offenes Interview oder halbstrukturiertesmit Interviewleitfragen?
  •  Soll Fremdeinschätzung oder Selbsteinschätzung erfragt werden?Entscheiden Sie sich für einen Personenkreis!
  •  Wollen Sie möglichst viele Personen (quantitative Befragung) einbeziehen oder we-nige Personen ausführlich befragen (qualitative Befragung)?
  •   Soll der Personenkreis festgelegt sein, z.B. Kurs oder Jahrgangsstufe, oder eineZufallsstichprobe erfolgen?
  •  Ist der Personenkreis im Hinblick auf die Fragestellung repräsentativ? KlassischeKriterien bei repräsentativen Erhebungen sind zunächst Alter, Geschlecht, Ausbil- dung und soziale Stellung.Überlegen Sie, welche Indikatoren (Merkmale) Ihren Untersuchungsgegenstand er- schließen und formulieren Sie Fragen!

    Erarbeiten Sie einen Fragebogen, wenn Sie sich für ein entsprechend standardisier- tes Befragungsverfahren entschieden haben!

    •   Formulieren Sie einfache Fragen, die eindeutig und präzise erfassen, was abgefragt werden soll!
    •  Vermeiden Sie Suggestivfragen!
    •  Beachten Sie die Persönlichkeitsrechte der Befragten sowie den Datenschutz! DieAnonymität ist zu wahren, der Rückschluss vom Ergebnis auf eine Einzelperson zuvermeiden.
    •   Führen Sie einen Pre-Test durch, testen Sie also Ihren Fragebogen in einem Pro-bedurchlauf!Dritter Schritt:

      Führen Sie die Befragung durch! Organisieren Sie gute Bedingungen für Ihr Vorhaben bezüglich Zeit und Ort, weisen Sie die Befragten auf den zeitlichen Umfang hin, auf die geplante Verwendung der Ergebnisse und auf die Art, in der Sie die Ergebnis-

se festhalten wollen (schriftlich, Ton- und/oder Bildaufnahme). Beachten Sie, dass die Beantwortung freiwillig geschehen muss.

Vierter Schritt:

Erarbeiten Sie eine Auswertung der Daten! Welche allgemeinen Ergebnisse lassen sich im Hinblick auf das beabsichtigte Erkenntnisinteresse (s. erster Schritt) formulieren?

Reflektieren Sie kritisch Ihr methodisches Vorgehen und den Aussagewert Ihrer Er- gebnisse!

  •  Die Antworten aus Interviews werden so zusammengefasst, dass grundsätzliche Standpunkte der Befragten zu einer Fragestellung erkennbar werden. Die Zusam- menfassung erfolgt als Text.
  •  Die aus quantitativen Erhebungen gewonnenen Daten lassen sich graphisch veran- schaulichen. Entwicklungen und Trends sollen erkennbar werden, Größenordnun- gen lassen sich vergleichen und Prozentanteile berechnen.
  •   Die kritische Reflexion Ihrer Befragung soll mit einschließen, ob die Ergebnisse wirklich repräsentativen Charakter haben und welchen Einfluss die Befragungssituation gehabt haben könnte. Befragungen bilden Aussagen ab, eventuell Einstellungen, nicht aber tatsächliches Verhalten. Ein Fragebogen erfasst nie die ganze soziale Wirklichkeit, sondern bleibt aspekthaft.
  •   Ziehen Sie ein Fazit! Halten Sie fest, welche Fragen offen geblieben sind und wie sich die Befragung eventuell erweitern ließe.Fünfter Schritt:
    Bereiten Sie Ihre Ergebnisse für eine Präsentation auf!Wählen Sie eine Darstellungsform, die sachgerecht ist und das Interesse der Betrach- ter weckt!

    Kommentieren Sie die Darstellungen knapp – je nach Präsentationsform (z.B. Referat, Plakat, Dossier, Power Point).

    Bereiten Sie sich auf inhaltliche Erläuterungen vor und legen Sie Ihre methodische Vorgehensweise offen. Formulieren Sie Fragen, die eine Diskussion anstoßen können.

    Ist Ihre Befragung Teil einer Gesamtarbeit, überlegen Sie, an welcher Stelle Materialien und Auswertung sinnvoll einzugliedern wären (Einarbeitung in Kapitel…)

    Vgl. dazu auch das Kapitel Präsentation dieser Handreichung!

    2.5 Das Einholen von Erkundigungen

    Die außerschulische Informationsbeschaffung bei Behörden, Ämtern, Dienststellen, Betrieben und Verbänden muss sorgfältig geplant und umsichtig durchgeführt werden, wenn sie gewinnbringend und erfolgreich sein soll. Bedenken Sie, dass die Be- reitschaft zu einem Informationsgespräch immer ein Entgegenkommen der jeweiligen Gesprächspartner bedeutet. Deshalb muss man durch geschicktes Verhalten und Vorgehen selbst dafür sorgen, dass die Erkundigung den gewünschten Erfolg hat.

 

Folgendes ist zu beachten:

  •   erste Kontaktaufnahme sehr frühzeitig, denn es ist nicht sicher, ob jederzeit ein Ge- sprächspartner zur Verfügung steht;
  •   als erste Maßnahme telefonisch einen Termin erbitten;
  •   mit der Kontaktaufnahme bei einem möglichst hohen Funktionsträger beginnen und sich dann an einen zuständigen Bearbeiter verweisen lassen, das verleiht der Anfrage Nachdruck;
  •   sich sachlich vorinformieren, um nicht inkompetent zu erscheinen
  •   wenige, aber gut überlegte, gezielte und das Wesentliche erfassende Fragen undBitten äußern, um nicht unnötige Zeit in Anspruch zu nehmen;
  •   im äußeren Erscheinungsbild und im Verhalten angemessen auftreten;
  •   sich während der Erkundigung oder sofort danach Notizen über die Ergebnisse machen;
  •  Material und weitere Hinweise erbitten;
  •  zeitliche Reserven für eventuelle Terminverschiebungen einplanen;
  •   bereit sein, mehrfach nachzufragen, nach einem ausgefallenen Termin erneut vorzusprechen, sich nicht abweisen zu lassen und geduldig auf die gestellten Bedingungen einzugehen;
  •   sich bei einem Misserfolg nach einer anderen, wenn möglich gleichwertigen Auskunftsmöglichkeit umsehen.

2.6 Informationsbeschaffung im Internet

Internetrecherche

Das Internet bietet eine unvorstellbar große Informationsfülle, die zudem von Tag zu Tag anwächst. Eine Recherche ist eine gezielte Informationssuche zu einem bestimmten Thema. Der Aktualitätsgrad der Informationen ist zumeist hoch, er steht vielfach im Vordergrund. Gerade deswegen sind auf der anderen Seite traditionelle Quellen nicht verzichtbar und stellen weiterhin die wesentliche Arbeitsgrundlage dar.

Eine kritische Prüfung des Quellenwerts ist bei Materialien aus dem Internet beson- ders geboten.

Schritt 1:

Grenzen Sie das Thema bzw. den Forschungsauftrag genau ein und suchen Sie gezielt.

Schritt 2:

Wählen Sie die Informationsquellen aus und suchen Sie auf verschiedenen Wegen:

  •   Benutzen Sie die Adressen von Einrichtungen und Institutionen, in deren Sachgebiet das Thema fällt (z.B. www.bundestag.de)
  •   Benutzen Sie verschiedene Suchmaschinen, deren Suchkriterien Sie sich klar machen müssen, um zielgenau zu suchen und die Vollständigkeit der Information einzuschätzen.
  •  Überprüfen Sie, ob es für Ihr Thema spezielle Bibliotheken oder Bildungseinrichtungen gibt.
    Lassen Sie sich bei der Suche nicht von Ihrem Ziel ablenken!Schritt 3:

    Drucken Sie nur solche Materialien aus, die für Ihre Fragestellung wesentlich sind und einen erkennbaren Quellenwert haben. Speichern Sie wichtige Materialien regelmäßig auf sichere Datenträgern, achten Sie dabei auf die Wiederauffindbarkeit (Anlegen von Ordnern, sinnvolle Benennung der Dateien, Benennung des Stands der Information, Kennzeichnung von Änderungen).

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Schritt 4:

Die Materialien müssen bearbeitet und ausgewertet werden. Der Unterscheidung von wertlosem und weiterführendem Material kommt eine besondere Bedeutung zu. Dabei ist zu fragen, wer mit welchem Interesse die Seiten ins Netz gestellt hat. Nur Texte und Darstellungen, deren zeitliche Einordnung und Urheberschaft klar ist, sind in einer wissenschaftlichen Arbeit zitierfähig.

Nicht erlaubt: Eine Arbeit komplett aus dem Internet übernehmen!

Im Kolloquium müssen Sie zeigen, dass, Sie die Arbeit eigenständig erstellt haben. Die Lehrkraft muss auf Wunsch die Möglichkeit haben, die von Ihnen verwendeten Materialien vollständig einzusehen.

3. Informationsverwertung

Die Fülle des gewonnenen Informationsmaterials muss nun im nächsten Schritt sinn- voll verarbeitet werden.

3.1 Exkurs: Die einzelnen Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit in der Schule

Eine besondere Bedeutung kommt der Strukturierung der Arbeit durch die Gliederung zu, die ihre äußere Struktur erkennen lässt und eine Übersicht vermittelt. Deswegen ist die Gliederung nicht nur als Basis für die Ausarbeitung nützlich, sondern auch als Leitfaden für den späteren Vortrag.

Bei der Erstellung der Gliederung zahlt sich aus, wenn Sie Ihre Informationen bereits bei der Beschaffung geordnet und gekennzeichnet haben. Wie die sie inhaltlich aussehen soll, ist kaum allgemeingültig festzulegen, sondern abhängig vom Fach und vom Thema. Allerdings müssen formale Kriterien eingehalten werden:

  • Die einzelnen Gliederungspunkte müssen durch Nummerierung einander zugeordnet werden. Dabei ist es Ihnen bzw. der Absprache mit der betreuenden Lehrkraft überlassen, welches Nummerierungssystem Sie benutzen, wichtig ist nur, dass sie einheitlich erfolgt. Als zweckmäßig hat sich die sog. Dezimalgliederung erwiesen:

1…

                                       1.1 …
                                          1.1.1 …
                                         1.1.2 …
                                   1.2 …
                               2…
  •  Das Prinzip der Einheitlichkeit ist auch für die Formulierungen der Gliederung zwingend. Benutzen Sie entweder kurze Sätze oder Stichworte. Die Einheitlichkeit der Formulierung ist auch dann gewahrt, wenn Sie für alle Hauptüberschriften kurze und prägnante Stichworte oder Wortgruppen wählen und für alle untergeordneten Überschriften kurze Sätze – oder umgekehrt.
  •  Eine Gliederungsüberschrift darf weder mit dem Titel der Arbeit übereinstimmen noch mehr als einmal benutzt werden, z.B. sowohl als übergeordnete als auch als untergeordnete Überschrift.
  •   Die Anzahl der Gliederungspunkte sollte in einem angemessenen Verhältnis zum Umfang des Textteils stehen. Zu viele Überschriften zerklüften den Text und erschweren das Lesen, zu wenige behindern das Verständnis der Zusammenhänge.
  •  Die Gliederungsüberschriften mit der entsprechenden Nummerierung erscheinen erneut in der Ausarbeitung.Spätestens nach Fertigstellung der Gliederung vereinbaren Sie unbedingt ein Bera- tungsgespräch mit der betreuenden Lehrkraft, denn einerseits lassen sich zu diesem Zeitpunkt die Weichen noch relativ problemlos umstellen, wenn Ihre Konzeption auf Einwände stößt. Andererseits gibt Ihnen die Akzeptanz Ihrer Konzeption Sicherheit für die weitere Ausarbeitung.Die Ausarbeitung umfasst folgende Teile:
  •  eine Einleitung, die die Wahl des Themas begründet, besondere Rahmenbedingungen erläutert, Schwierigkeiten im Rahmen der Anfertigung darlegt o. ä.
  •   einen Hauptteil, der die Arbeitsergebnisse darstellt;
  •  einen eher kurzen Schlussteil, der z.B. die Bedeutung der Ergebnisse dieser Arbeitfür einen anderen Bereich beleuchten oder Erkenntnisse darlegen kann, die den Rahmen dieser Arbeit sprengen, aber als Thema einer weiteren Arbeit interessant sein könnten;
  •  eine Kurzzusammenfassung von maximal einer Seite mit den wichtigsten Thesen/ Erkenntnissen der Arbeit, die eine schnelle Information ermöglichen;
  •   ggf. einen zusammenhängenden Endnotenapparat, sofern dieser nicht seitenweise angebracht wird (siehe auch 3.2);
  •   ein Quellenverzeichnis (siehe 3.3).Eine sorgfältig erarbeitete Gliederung und die Zuordnung der zuvor beschafften Mate- rialien sind die beste Orientierung bei der Formulierung und Ausarbeitung Ihrer Ar- beitsergebnisse. Achten Sie dabei auf die sog. innere Struktur Ihrer Arbeit, die zu- sammengehörige Gedankengänge in Absätzen zusammenfasst – nicht zu viele, um den Lesefluss nicht zu stören, nicht zu wenige, um den Lesenden eine Orientierung zu ermöglichen.Hinzu kommen
    •   ein Deckblatt mit folgenden Informationen:
      den Namen der Schule, der Verfasserin bzw. des Verfassers, der betreuenden Lehrkraft; das Unterrichtsfach und die Kursbezeichnung sowie das Thema der Arbeit und den Abgabetermin;
    •  eine von der Verfasserin bzw. dem Verfasser unterschriebene Erklärung, dass die Arbeit selbstständig angefertigt wurde und alle benutzten Hilfsmittel angegeben worden sind.Alle Bestandteile der Arbeit werden in einem Inhaltsverzeichnis mit Überschriften aufgeführt und mit einer Seitenzahl versehen – mit Ausnahme des Deckblattes und des Inhaltsverzeichnisses selbst. Dementsprechend sind die Seiten der Arbeit außer dem Deckblatt zu nummerieren. Eine Wiederholung der vollständigen Gliederung im Rahmen des Inhaltsverzeichnisses, die an der Universität in der Regel gefordert wird, dürfte für Arbeiten in der Schule überzogen sein. Die Nennung der Hauptüberschriften sollte genügen. Auch dies sollte mit der betreuenden Lehrkraft vereinbart werden.Die Teile Ihrer Arbeit werden folgendermaßen geordnet: Deckblatt – Inhaltsverzeich- nis – Gliederung – Einleitung – Hauptteil – Schluss – Kurzzusammenfassung – ggf. Endnotenapparat – Quellenverzeichnis – Erklärung.

Die inhaltliche Gestaltung der Arbeit ist vom Fach und vom Thema abhängig, so dass es diesbezüglich kaum allgemein gültige Vorschriften oder Ratschläge gibt, wohl aber dahingehend, wie Sie auf die benutzte Literatur bzw. die zugrunde liegenden Quellen so verweisen, dass sie jederzeit nachprüfbar sind. Diese Nachprüfbarkeit hat nichts mit schulischer Kontrolle zu tun, sondern ist ein weiteres Merkmal wissenschaftlichen Arbeitens und im Sinn wissenschaftlicher Redlichkeit unumgänglich.

Diesem Thema sind die beiden nun folgenden Kapitel gewidmet.

3.2 Zitier- und Belegweise

Wörtliche und sinngemäße Übernahmen aus fremden Arbeiten – Büchern, Zeitschriften, Dissertationen sowie aus dem Internet (siehe auch 3.2) – müssen kenntlich gemacht und genau belegt werden, z.B. wenn

  •   ein Zitat benutzt wird;
  •   andere Auffassungen in die Diskussion eines Themas einbezogen werden;
  •  die eigenen Ausführungen durch zusätzliche Hinweise, Differenzierungen, weiterführende Überlegungen aus der Literatur ergänzt und erläutert werden;
  •  durch die Übernahme von Schlussfolgerungen, Urteilen, allgemeiner Beweisführung, zusätzlicher Details oder Beispiele die eigenen Ausführungen konkretisiert und verstärkt werden;Wörtlich zitiert wird eine Textstelle, wenn
    •   Definitionen oder Fachbegriffe benutzt werden, die man zweckmäßigerweise übernimmt;
    •   eine treffende, umfassende oder originelle Formulierung vorliegt;
    •   es sich um die Äußerung einer Autorität auf dem entsprechenden Gebiet handelt, die als überzeugender Beleg oder als ernst zu nehmende Provokation dient. Daraus ergibt sich, dass Zitate nicht zu häufig und nicht in zu großem Umfang verwendet werden sollten.Beispiel für eine wörtliche Übernahme:

      ist somit „die Annahme eines radikalen Bruchs mit der Stabreimtradition im Hinblick auf die Entstehung eines neuen Verses nicht zwingend“, so muss doch gefragt werden, …

      Beispiel für eine sinngemäße Übernahme:

      H. behauptet, der Entstehung eines neuen Verses müsse nicht unbedingt ein radikaler Bruch mit der Stabreimtradition vorangegangen sein. Es ist hier aber doch zu fragen, …

      Die Kennzeichnung von Übernahmen aus fremden Arbeiten bzw. von Kommentaren, Anmerkungen und Querverweisen innerhalb der Arbeit erfolgt im Text durch Fußno- tenzeichen, hochgestellte und im Schriftgrad verkleinerte arabische Ziffern. Dabei ist jede einzelne Übernahme mit einer eigenen Fußnote zu versehen; es ist nicht zweck- mäßig, mehrere Gedanken oder Zitate zusammenzufassen. Die Fußnotenzeichen er- scheinen bei wörtlicher Übernahme unmittelbar nach den Anführungszeichen, bei sinngemäßer Übernahme beim ersten syntaktischen Einschnitt nach Darlegung des übernommenen Gedankens.Der Fußnotenapparat, der die Fußnotentexte enthält, befindet sich – je nach Anzahl der Fußnoten – etwa im unteren Viertel jeder Seite und wird vom Textteil durch einen Querstrich abgetrennt. Dort erscheint jede Fußnote mit der zugehörige Nummerierung aus dem Text und der Quellenangabe bzw. dem Kommentar oder der Anmerkung.

In der Regel werden alle Fußnoten seitenübergreifend nummeriert, selten kapitel- oder seitenweise. Dabei ist darauf zu achten, dass ausreichend Platz für die auf einer Seite vorkommenden Fußnoten zur Verfügung steht. Diese Belegweise bietet den Vorteil der größeren Übersichtlichkeit für die Lesenden wegen des schnellen Zugriffs auf den Fußnotenapparat.

Zulässig ist es auch, den Belegapparat als eigenen Teil hinter dem Haupttextes zu platzieren; man spricht dann von Endnoten. Diese sind weniger lesefreundlich, bieten den Schreibenden aber den Vorteil unbeschränkt zur Verfügung stehenden Platzes. Auch hier gilt: Absprache mit der betreuenden Lehrkraft treffen!

Zulässig, aber nicht empfehlenswert ist die amerikanische Form der Anbringung eines Belegs im fortlaufenden Text jeweils unmittelbar im Anschluss an das Zitat/die Übernahme in Klammern. Je nach Menge der Belege wird das flüssige Lesen des Textes erheblich beeinträchtigt.

Eine Anmerkung/Fußnote soll so kurz wie möglich gehalten sein. Dazu ist es durch- aus erlaubt, in Teilsätzen, mit Hilfe von gebräuchlichen Abkürzungen und Kurzanga- ben zu formulieren:

– abgekürzter Vorname (ausschreiben nur, wenn Verwechslungen möglich sind, wie etwa bei Meier, Schmitt u. ä.);

– Name;
– Kurztitel (er muss die zentralen Begriffe des Titels enthalten).

Unbedingte Genauigkeit ist dagegen erforderlich bei der Angabe der Fundstelle (Sei- tenzahl, evtl. auch Zeilen- oder Versnummer). Eingeleitet werden Belege häufig mit Vgl…, Siehe dazu …, Nach dem Werk von …

Beispiel:
3) Vgl. hierzu H. D. Burkert, Sprachtheorie, S. 51, 1. Abs. 3.

Zulässig ist auch die angelsächsische Form der Fußnote: Autornachname Werker- scheinungsjahr Seite.

Beispiel:

Burkert 1998b, 51

Absprachen mit der betreuenden Lehrkraft treffen!

Wichtig: Machen Sie sich rechtzeitig mit den entsprechenden Formatierungs- Funktionen des Textverarbeitungsprogramms (z.B. Word) auf Ihrem Computer vertraut, das Ihnen durch die richtigen Voreinstellungen das Formatieren erleichtert!

3.3 Die Anfertigung eines Quellenverzeichnisses Vorbemerkung

Es gibt viele verschiedene Arten, Quellenangaben zu machen. Universitäten verfahren höchst unterschiedlich, und selbst Professoren desselben Fachbereichs stellen unter- schiedliche Anforderungen. Nachfolgend wird eins der möglichen Systeme vorgestellt, das sich bewährt hat und an dem man sich orientieren kann. Selbstverständlich ist es legitim, anders zu verfahren, aber das muss in jedem Fall mit der betreuenden Lehr- kraft abgesprochen sein. Wünschenswert wäre darüber hinaus, dass jede Schule sich auf ein System einigt, was allen Beteiligten langfristig Sicherheit gäbe.

Wichtig:

  •   Welches System der Quellenangabe Sie auch wählen, es muss einheitlich gehandhabt werden!
  •   Bei der Anfertigung des Quellenverzeichnisses (wie übrigens auch bei den Fußnoten) ist größte Genauigkeit gefordert, bis hin zu den Satzzeichen.In einem Quellenverzeichnis werden die Werke in alphabetischer Reihenfolge der Verfassernamen aufgeführt. Es sind nur Werke aufzunehmen, die auch tatsächlich benutzt worden sind.

    Bei der formalen Anlage des Quellenverzeichnisses ist zu beachten:

  •  Bei Verfassernamen werden Titel (Dr., Prof.) und Berufsbezeichnungen (z. B. Pfarrer, Archivdirektor) weggelassen.
  •   Der zu zitierende Werktitel ist dem Titelblatt zu entnehmen (nicht dem Umschlag oder dem Buchrücken).
  •   Die Untertitel sind mitzuzitieren.
  •   Nach Verfassernamen und Werktitel, nach evtl. vorhandener Serienbezeichnung und nach Bandangabe von mehrbändigen Werken steht ein Punkt, kein Komma.
  •  Nach dem Verfassernamen kann auch ein Doppelpunkt stehen. Er trennt sonst nur Titel von Untertitel und Erscheinungsort von Verlagsangabe.
  •  Ein Schrägstrich steht bei Bänden, die zusammengeheftet sind (z. B. Bd. 3/4).
  • Klammern werden nur für die Angabe des Erscheinungsjahres bei Zeitschriften verwendet. Möglich ist dabei aber auch folgende Schreibung: …(Titel der Zeitschrift) …5, 1960, S. 83 – 94.Zu einer ausführlichen Titelaufnahme gehört bei Büchern:
    •  Verfasser (Name, Vorname [auch abgekürzt]) oder: Herausgeber, gekennzeichnet durch (Hg.) hinter dem Namen;
    •  Sachtitel und ggf. Untertitel;
    •  ggf. Bandangabe;
    •   Zahl der Auflage (bei Erstauflage nicht erforderlich);
    •   Erscheinungsort (wenn nicht genannt: o. O.);
    •   Verlag
    •   Erscheinungsjahr (wenn nicht genannt: o. J.);
    •   ggf. Reihentitel und – nummer;
    • – ggf. Angabe, ob das Werk auch als Taschenbuch erschienen ist (Taschenbuchreihe und Nummer).

Zu einer ausführlichen Titelaufnahme gehört bei Beiträgen in Sammelwerken:

– Verfasser (Name, Vorname);

– Titel des Beitrages in Anführungszeichen (nur bei Aufsätzen/Artikeln in Zeitschriften!!!);

– Titel des Sammelwerkes oder der Zeitschrift unterstreichen; – Herausgeber (Hg.);
– Bandnummer in römischen oder arabischen Ziffern;
– Erscheinungsort;

– Erscheinungsjahr; – Seitenzahl(en).

Zeitschriftenaufsätze werden wie Beiträge zu Sammelwerken behandelt, nur dass man hier auf die Nennung des Herausgebers und des Erscheinungsortes verzichten kann, weil eine Zeitschrift durch ihren Titel gewöhnlich eindeutig identifiziert ist.
Bei Zeitungen und Wochenschriften gibt man das Datum des Erscheinens oder, falls vorhanden, die laufende Nummer der Ausgabe mit Jahr an. Monatsnamen werden ausgeschrieben. Eine Spaltenangabe sollte der besseren Auffindbarkeit wegen nicht fehlen.

Dokumente aus dem Internet werden wie Druckerzeugnisse zitiert, wenn es sich lediglich um eine unveränderte digitalisierte Fassung eines Werkes handelt. Für Do- kumente, die nur für das Internet hergestellt wurden, wird die Aufrufadresse (URL) genannt, ferner der Name oder die Überschrift der Seite, soweit kein Titel vorhanden ist. Fehlt der Name des Autors, nennt man den Seitenanbieter als Herausgeber. Fer- ner muss entweder das Erstelldatum der Seite aufgenommen werden oder, falls es fehlt, das Datum des letzten Seitenaufrufs.

Beispiel:

Stand 27.07.2005

Tipp: Den Text mit allen Angaben in jedem Fall ausdrucken (am besten online und nicht gespeichert vom eigenen Rechner) und als Nachweis bereithalten!

Beispiele

Vorbemerkung

Zu jedem der oben beschriebenen Fälle folgt hier ein Beispiel. Diese Zusammenstellung wirkt auf den ersten Blick sehr theoretisch und verwirrend. Sie wird Ihnen allerdings in dem Moment von Nutzen sein, wenn Sie konkret vor der Aufgabe stehen, ein Quellenverzeichnis zu erstellen, und sich die Beispiele heraussuchen, die zu Ih- ren eigenen Quellenangaben passen.

  1. Müller, Günther: Kleine Goethebiographie. Bonn, 1947 (einfache Form)
  2. Standop, Ewald ; Mertner, Edgar. Englische Literaturgeschichte. 2., verb. Aufl. Heidelberg: Quelle & Meyer, 1971 (11967)
    (Mehrere Autoren; Angabe der 2. und in welcher Form veränderten Auflage; Nennung der Erstauflage)
  1. Fitzek, Alfons. Staatsanschauungen im Wandel der Jahrhunderte. Bd. II: Von Luther bis zur Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. 3., ergänzte Aufl. Paderborn: Schöningh, 1965
    (= Schöninghs Geschichtliche Quellen, Bestell-Nr. 36310)(Teilband mit eigenem Titel, veränderte 3. Auflage.; Taschenbuchreihe mit Num-mer)
  2. Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft. Forschungsbericht der Bundesregierung. Bonn-Bad Godesberg: Dr. Heger, 1972(Institution als Autor???)
  3. Boesch, Bruno (Hg.). Deutsche Literaturgeschichte in Grundzügen: Die Epochendeutscher Dichter in Darstellungen von L. Beriger, hrsg. von H. Viebrock und W. Erzgräber. Heidelberg: Winter, 1961
    (Herausgeber eines Beitrages; Erscheinen in einem Sammelband)
  4. Biese, Alfred. Deutsche Literaturgeschichte. 3 Bde. 24. Aufl. München: Beck, 1930

(1 1907 – 10)
(Mehrbändiges Werk; Angabe der Erstauflage)

  1. Martini, Fritz: Poetik, in: Deutsche Philologie im Aufriss, hrsg. von Wolfgang Stammler, Bd. I. Berlin, 1952, S. 215 – 268
    (Beitrag in einem Sammelwerk)
  2. Standop, Ewald: Zur allegorischen Deutung der Nonnes Praestes Tale, in. Festschrift zum 75. Geburtstag von Theodor Spira, hrsg. von H. Viebrock u. W. Erzgräber. Heidelberg: Winter, 1961, S. 88 – 97
    (Beitrag in einem Sammelwerk)
  3. Sengle, Friedrich: „Zur Einheit von Literaturgeschichte und Literaturkritik“, in: Deutsche Vierteljahresschrift, 34 (1960), S. 327 – 337
    (Beitrag in einer Zeitschrift)
  4. Nagel, Ivan: „Heinrich Bölls ‚Ansichten eines Clowns‘: Glaubwürdigkeit an Stelle von artistischer Mache“, in: Die Zeit, 7. Juni 1963, S. 19, Sp. A – C
    (Zeitungsartikel)
  5. Universität Trier/Siemens Nixdorf (Hg.). ChinLex – Deutsch-Chinesisches Fachwör- terbuch Wirtschaft, http://chinlex.de, Stand: 27.07.2005 (Internet-
    Dokument)